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GfA e.V. - Gesellschaft für Arbeitsmethodik und Lebensgestaltung

Clickbaits

Jeder von uns hat im Internet schon Überschriften von Artikeln angeklickt, die reißerisch klangen und Spektakuläres erhoffen ließen. In der Regel wurden wir dann enttäuscht, denn der Inhalt war alles andere als spannend. Wir sind auf einen so genannten Clickbait hereingefallen.

Was bedeutet Clickbaiting?

Clickbaiting ist eine populäre Masche, um Internetnutzer zum Anklicken von Überschriften zu bewegen und dadurch Traffic (= Verkehr), also Bewegung auf der Internetseite zu generieren. Das Wort Clickbait stammt aus dem englischen und heißt wörtlich übersetzt „Klickköder“. Der Trick funktioniert, indem eine „curiosity gap“ („Neugierlücke“) geschaffen wird, die der Internetnutzer unbedingt füllen möchte. Er wird mit einem Informationsschnipsel gelockt, der seine Neugier entfacht und das Bedürfnis weckt, die scheinbare Informationslücke zu füllen, also das zu erfahren, was in der Überschrift angedeutet wurde. Doch die Enttäuschung folgt auf dem Fuße: Der Artikel erweist sich als völlig uninteressant oder es handelt sich um schlecht erkennbare Videos, die uns langweilen.

Wie ist Clickbait aufgebaut?

Clickbait-Seiten haben keine nennenswerte Qualität, so dass sich kritische Leser damit gar nicht beschäftigen. Der Inhalt (Content) wurde nicht selbst erstellt, sondern stammt vom dritten Quellen. Dieser wird dann mit ein paar Bildern, Videos und Kommentaren angereichert und auf der eigenen Seite weiterverbreitet. Clickbaiting ist kein neues Phänomen und in allen Genres des Journalismus üblich. Man findet es in altbewährten Tages- und Wochenzeitschriften ebenso wie in Online-Medien. Medien mit besonders niedrigem Informationsgehalt (große Bilderstrecken) und kaum Mehrwert nutzten Clickbaiting exzessiv und haben diese Technik dadurch bekannt gemacht. Besonders häufig ist Clickbait in Social Media Kanälen anzutreffen. Doch selbst relativ seriöse News-Portale arbeiten mit reißerischen Überschriften, um ihre Artikel und andere Webseiten-Inhalte zu vermarkten.

Die Kritik an Clickbaiting wird lauter

Immer häufiger gibt Clickbaiting Anlass zur Medienkritik, insbesondere dann, wenn es die Grenzen zum guten Geschmack überschreitet. Die Methoden nerven nicht nur uns Verbraucher, sie schädigen auch den Ruf seriöser Medien, die viel Arbeit darin setzen, uns mit nützlichen Informationen zu versorgen. Verständlicherweise distanzieren sich diese immer häufiger von den Praktiken, die einzig und allein dazu da sind, die Klickzahlen in die Höhe zu treiben.

Beispiele für Clickbait-Überschriften:

Erschütternd, was hier passiert ist!

Sie glauben nicht, was diesem Mann widerfahren ist!

Diese Frau geht spazieren, plötzlich passiert etwas Unfassbares!

Promi XYZ sieht heute längst nicht mehr so aus wie…

Diese Stilmittel werden am häufigsten für Clickbait angewendet:

1. Übertreibungen

2. Provokationen

3. exzessiver Einsatz von Satzzeichen und Formatierungen

4. Weiterleitungen (statt auf dem versprochenen Inhalt landet man auf einer anderen Webseite)

5. Mehrdeutigkeiten/Unklarheiten

6. Verbreitung falscher Fakten/Irreführungen

Schon wieder reingefallen: Warum funktioniert Clickbaiting so gut?

Clickbaiting macht sich die menschliche Psyche, speziell die menschliche Neugier zunutze.

Diese ist umso größer,

– je mehr Informationen sie erhält

– je eher eine vorausgegangene Erwartung nicht erfüllt wurde

– e eher nur eine andere Person über Informationen verfügt

– je mehr Feedback man über die persönlichen Wissenslücken erhält

Clickbaiting macht uns neugierig und wir bekommen das Gefühl, eine Wissenslücke zu haben. Da liegt es nahe, dass wir diesen Mangel schnell beseitigen möchten. Wie geht das am leichtesten? Durch Klicken auf einen vermeintlich klärenden Inhalt. Wir erhoffen uns eine Belohnung, die Wissenslücke soll gefüllt werden.

Trotz aller Kritik ist die Methode aus Marketing-Sicht interessant und wird deshalb auch nicht gänzlich verschwinden. Wer beispielsweise mit seinem Blog Geld verdienen möchte, braucht hohe Klickzahlen (und Traffic), nur dann kann er Werbeplätze auf der Webseite lukrativ verkaufen. Jeder wendet kleinere Tricks an, um Leser neugierig zu machen. Es kommt eben darauf an, eine bestimmte grenze nicht zu überschreiten, um unterm Strich weiterhin als seriös zu gelten. Wer seine Follower immer wieder hinters Licht führt, wird sie garantiert verlieren. Noch immer, auch im Netz, gilt der Leitsatz: Qualität gewinnt!

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