Gut zu Wissen: Inbound Marketing (Teil 1)

1.Inbound Marketing

Mit dem starken Wandel der Mediennutzung ging in den vergangenen Jahren ein drastischer Strategiewechsel im Online Marketing einher. Werbemethoden, die mehr oder weniger stumpf auf (potenzielle) Kunden einwirken, sprich Outbound-Marketing-Kampagnen, haben ihre Kraft fast vollkommen verloren.

Denn Menschen begeben sich immer mehr selbstbestimmt auf die Suche nach spezifischen Informationen, bevor sie den Kauf eines Produkts bzw. die Inanspruchnahme einer Dienstleistung auch nur in Erwägung ziehen. Diesem Informationswunsch können klassische Werbemethoden schon lange nicht mehr hinreichend nachkommen. Es gibt jedoch eine Lösung: Inbound Marketing.

Dieser Beitrag der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. bietet Ihnen alle wichtigen Informationen für einen möglichst zuträglichen Start in das Inbound Marketing – lesen Sie unter anderem, was es damit genau auf sich hat und wie Sie entsprechende Kampagnen auch in Ihrem Unternehmenskontext profitabel anwenden.

1.1         Was ist Inbound Marketing – und wie unterscheidet es sich vom Outbound Marketing?

In den 2000er Jahren wurde das Netz langsam aber sicher zum wichtigsten Marketing Channel überhaupt. Bis heute haben sich die Möglichkeiten zur Online-Kundengewinnung sowie -Bindung und nicht zuletzt die Verhaltensweisen der Internet-User stark weiterentwickelt.

Das Denken in traditionellen Mustern ist jedoch auch im heutigen Web Marketing keine Seltenheit. So werden klassische Kanäle, wie Radio, Print und TV, bzw. damit verbundene Werbemethoden durchaus gerne eins zu eins auf Online-Marketing-Kampagnen übertragen. Demzufolge gibt es im Internet immer noch ein großes Banneraufkommen, viele Pop-up-Fenster/-Videos und ähnliche typische Outbound-Marketing-Features. Diese laufen jedoch zusehends ins Leere.

Denn Netzgänger haben die ständige werbliche Einflussnahme auf ihre Online-Aktivitäten schon lange satt. Immer mehr User verfügen indes über einen automatischen Abwehrmechanismus gegen sie aktiv adressierende Werbung und verwenden ebenfalls technische Hilfsmittel, um diese auszusperren. Festgehalten werden muss hier, dass Outbound Marketing de facto nicht vollkommen gegenstandslos ist. Entsprechende Aktivitäten müssen heute jedoch weitaus differenzierter erfolgen als vor einigen Jahren.

Internetnutzer machen sich heutzutage sehr viel selbstbestimmter auf ihre digitale Customer Journey. Einfaches „Futter“ für vermeintlich überzeugend blinkende oder andersartig animierte Frontalwerbung sind sie längst nicht mehr. Sie möchten vornehmlich fundierte Informationen erhalten und möglichst nicht bei ihrer Recherche gestört werden.

Die Relevanz von Online Content ist daher mittlerweile immens hoch – übrigens auch hinsichtlich des Rankings bei Google und Co. GfA e.V. empfiehlt Startups wie etablierten Unternehmen, die veränderten Verhaltensweisen der Netznutzer und ebenfalls die der Suchmaschinen vollumfänglich anzunehmen. Denn nur so kann maximal erfolgreiches Online Marketing betrieben werden.

Ziel des Inbound Marketings ist die proaktive Berücksichtigung diesbezüglicher Voraussetzungen und Bedürfnisse. Webnutzer werden hier in erster Instanz nicht mehr direkt mit Vorzügen von Produkten bzw. Dienstleistungen, Kaufaufforderungen usw. konfrontiert, sondern (optimalerweise) zu jedem Zeitpunkt des Kaufprozesses bzw. in jeder Phase der Inbound-Methodik mit wichtigen, maximal hilfreichen Inhalten versorgt. Letztere sollen am Ende sehr subtil zur Abschlussentscheidung führen. Nur über diesen Weg können (potenzielle) Kunden heute effizient erreicht und Vertrauen geschaffen werden.

Inbound Marketing setzt also vornehmlich nicht auf ein aktives Herantreten an (etwaige) Kunden, sondern ist so ausgerichtet, dass jene vollkommen von selbst auf entsprechende Werbemaßnahmen, welche im Grunde immer auf der Zurverfügungstellung mehrwerthaltiger Inhalte basieren, aufmerksam werden und diese schließlich annehmen.

1.2   Wie verfährt Inbound Marketing generell?

Die sogenannte Inbound-Methodik bildet das Fundament des Inbound Marketings. Diese besteht grundsätzlich aus vier Phasen – werden alle maximal erfolgreich durchlaufen, haben Sie einen Kunden gewonnen. Darüber hinaus erhalten Sie jedoch ebenfalls einen Fürsprecher Ihres Unternehmens! Jede der Phasen bedient sich spezieller Marketing-Kanäle. Diese sind in verschiedenen Unternehmenskontexten selbstverständlich unterschiedlich – es ist immer fallspezifisch zu entscheiden, welcher Kanal wann den meisten Nutzen bringt. Nachfolgend sehen Sie eine (selbstverständlich nicht umfassende) Grundaufstellung der einzelnen Phasen und etwaiger Kanäle.

  • Anziehen: Hier machen Sie potenzielle Interessenten zu Besuchern – das geschieht unter anderem durch Content-Strategien, SEO, Blogs und Social Media.
  • Konvertieren: Hier machen Sie Besucher zu Leads – das geschieht unter anderem durch Webformulare, Chats, E-Mails, Meetings und Content.
  • Abschließen: Hier machen Sie Leads zu Kunden – das geschieht unter anderem durch Lead Nurturing, Automatisierung, Social Media Marketing, E-Mail Marketing und Content.
  • Begeistern: Hier machen Sie Kunden zu Fürsprechern – das geschieht unter anderem durch Kundenservice, Social Media Marketing, E-Mail Marketing, Design, Automatisierung und Content.

Wie an der Listung deutlich zu erkennen ist, nimmt in sämtlichen Inbound-Marketing-Phasen Online Content (Content Marketing) eine wichtige Position ein. Der Erfolgsschlüssel sind Inhalte mit echtem Mehrwert, die präzise Informationen für genau die Phasen liefern, in denen sich Ihre einzelnen (potenziellen) Kunden gerade befinden.

1.3   So können Sie Inbound Marketing auch in Ihrem Unternehmen erfolgreich umsetzen

Für die Etablierung eines Inbound-Marketing-Ansatzes ist ein systematisches Vorgehen unerlässlich. Begründet in unterschiedlichen Unternehmens- sowie generellen Branchenausrichtungen kann es hier keinen Königsweg geben. Zentrale Aspekte sind jedoch in praktisch jedem Fall zu berücksichtigen. Eine entsprechende Zusammenfassung lesen Sie in der nächsten Folge.

Scroll to Top