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GfA e.V. - Gesellschaft für Arbeitsmethodik und Lebensgestaltung

Gut zu wissen: Infografiken im Online Marketing, Teil 1

Infografiken sind ein beliebtes Gestaltungselement im Marketing. Informative Bilder und Grafiken transportieren die Kernaussage auf einen Blick und stellen Zahlen, Daten und Fakten visuell anschaulich dar. Überraschenderweise haben Infografiken eine lange Tradition. 1786 ist das Gründungsjahr der modernen Infografik. Der Volkswirtschaftler William Playfair verwendete in seiner Publikation „Wirtschaftlicher und politischer Atlas“ grafische Verallgemeinerungen, um Sachverhalte übersichtlich zu dazustellen. Die Infografiken von Otl Aicher gehören zu den bekanntesten. Für die Olympischen Sommerspiele 1972 veröffentlichte der Grafikdesigner Piktogramme, die von da an zu einer universellen Kommunikationsform wurden. Auch heute erfreuen sich Infografiken einer wachsenden Popularität. Die Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. hat spannende Fakten zum Thema zusammengetragen.

 

Visuelles Storytelling: Eine Infografik sagt mehr als tausend Worte

 Vor allem in den Bereichen Content-Marketing und Storytelling haben sich grafische Gestaltungselemente etabliert. In wissenschaftlichen Arbeiten und Medien-Beiträgen ergänzen oder unterstreichen Bilder und Grafiken den Textinhalt. Zahlenmaterial und komplexe Informationen wie Prozessabläufe lassen sich mithilfe von Infografiken übersichtlich, verständlich und reduziert auf das Wesentliche veranschaulichen. Durch stilistische Gestaltungselemente (Icons, Farbschema nach dem Corporate Design des Unternehmens) wird jede Grafik einzigartig und hebt sich von der Masse ab. Den Informationen, die wir zusätzlich zum Text visuell wahrnehmen, bleiben länger in Erinnerung. Würde man die Inhalte ausschließlich mit Worten beschreiben, müssen sich Leserinnen und Leser stark anstrengen, um alle komplexen Inhalte zu verarbeiten und zu verstehen. Häufig werden solche Texte nicht zu Ende gelesen, was im Marketing absolut kontraproduktiv ist. Bilder können Menschen weit schneller erfassen. Innerhalb von 150 Millisekunden verstehen wir vertraute Symbole und in nur 100 Millisekunden verknüpft unser Gehirn eine Bedeutung mit den Symbolen. Mit Infografiken sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Interesse wecken,
  • Informationen in strukturierter Form vermitteln,
  • Informationen auf unterhaltsame und ansprechende Art vermitteln,
  • Aufmerksamkeit für ein Produkt, eine Marke oder ein Unternehmen erzeugen,
  • Traffic durch Teilen der Grafik auf Instagram, Facebook oder Pinterest generieren,
  • Leads generieren.

Um Backlinks zu erzeugen, ist ein umfassendes Konzept zur Infografik notwendig. Die Grafik kann beispielsweise auf eine themenspezifische Landingpage verlinken. Eine weitere Möglichkeit ist die Einbettung der Infografik in einem Blogartikel.

 

Wichtige Überlegungen im Vorfeld

 Machen Sie sich vorab klar, zu welchem Zweck die Infografik benötigt wird. Bei unternehmensinternen Präsentationen (z.B. Mitarbeiterbefragung) ist es ausreichend, gängige Software zur Veranschaulichung zu verwenden. Im Bereich der externen Unternehmenskommunikation ist häufig mehr Kreativität gefragt. Unternehmen heben sich auf diese Weise von der Konkurrenz ab und werden in der Informationsflut stärker sichtbar. Kampagnenprojekte und anspruchsvoller Content werden häufig auch in Zusammenarbeit mit Grafik- und Marketingagenturen entwickelt. Dank intuitiver Software-Tools ist das aber auch unternehmensintern möglich.

 

Die Datengrundlage

Für die Präsentation statistischer Daten ist die Vorarbeit häufig aufwendig. Eine valide und vollständige Datenbasis ist Voraussetzung. Unternehmensinterne Daten, die für interne Reportings verwendet wurden, liegen in verlässlicher Qualität vor. Die folgenden Daten und Themenbereiche sind relevant für Infografiken:

  • Statistische Daten: Markt- und Branchendaten, Umsatzzahlen, Umfrageergebnisse,
  • Prozesse: Wertschöpfungsprozesse, Handlungsabfolgen, Anleitungen,
  • Darstellung von Zusammenhängen und Beziehungen,
  • chronologische Daten: Ereignisabfolge, Zeitachsen, Darstellung von wichtigen Ereignissen,
  • Vergleiche und Listen,
  • geografische und soziodemografische Daten.

Bei der Grafikentwicklung geht es dann darum, die Zahlen in den Kontext zu setzen und Kernbotschaften zu formulieren. Falls Fremdquellen (z.B. Branchendaten) einbezogen werden, sollten Quellenangaben (z.B. Statista, Destatis, Daten von Branchenverbänden) in der Infografik angegeben werden. Dadurch präsentieren sich Unternehmen als kompetente Marktteilnehmer mit Branchenkenntnis.

 

Konzeptentwicklung und Gestaltung

Bei der Gestaltung von Infografiken sollten Sie die Zielgruppe genau im Blick haben. Überlegen Sie, welchen Wissensstand die Zielgruppe zum Thema hat. Daraus ergibt sich die Menge der Informationen, die die Infografik transportieren muss. Im B2B-Bereich ist eine umfassende Branchenkenntnis vorhanden. Deshalb kann Bildmaterial anders als im B2C-Bereich gestaltet werden. Gestaltungselemente auf Basis der Corporate Identity erhöhen den Wiedererkennungswert und bringen die Grafiken mit einem Unternehmen in Verbindung. Bei mehrsprachigen Infografiken sollte beachtet werden, dass der Textumfang bei der Übersetzung variiert und die Gestaltung angepasst werden muss. Das individuelle Design einer Infografik ist von der Botschaft, dem Kontext und dem Nutzen abhängig. Unternehmen erarbeiten im Rahmen der Content-Visualisierung die Quintessenz der Informationsgrundlage. Im Idealfall ist die Kernaussage auf den ersten Blick ersichtlich. Stellen Sie sich vorab folgende Fragen, bevor Sie mit der Planung und Gestaltung beginnen:

  • Welches Thema möchten Sie veranschaulichen und welche Botschaft soll transportiert werden?
  • Kann die Kernbotschaft treffend mit einer Infografik veranschaulicht werden?
  • Ist die Grafik mit wenig Text verständlich?
  • Ist die Infografik nur Beiwerk einer Marketing-Kampagne oder ein wesentlicher Teil davon?

Infografiken werden im Print und Online-Bereich verwendet. In Online-Kanälen werden Infografiken jedoch weit häufiger eingebunden. Deshalb sollten Infografiken über alle Endgeräte hinweg (PC, Tablet, Smartphone) gut darstellbar sein. Nutzerfreundlichkeit und Lesekomfort sind besonders wichtig. Sinnvolle Hierarchien durch Überschriften, Fließtext und Bildunterschriften sorgen dafür, dass der Gafikinhalt schneller erfasst wird. Verwenden Sie nur eine Schriftart bei Bedarf in unterschiedlichen Schriftschnitten. Grafiken mit einem durchdachten Farbmanagement wirken ruhig und stimmig. Eine Farbpalette mit maximal vier bis fünf Farben ist optimal. Zu viele Bildinformationen durch Farbflut und unterschiedliche Schriftarten wirken ermüdend. Für Online-Medien (Websites, soziale Medien) ist eine Breite von 600 bis 1.000 Pixel im Hochformat optimal. Für das Branding ist Fingerspitzengefühl gefragt. Im Content-Marketing will man häufig vermeiden, dass die Grafik zu stark als Werbegrafik wahrgenommen wird. Eine Balance aus Elementen des Corporate Designs und einem frei gestalteten Layout ist optimal. Während im Printsegment und bei Präsentationen die Einbindung des Firmenlogos die Regel ist, sollte bei einer Infografik genau überlegt werden, ob das in dem jeweiligen Kontext sinnvoll ist. Eine aussagekräftige Überschrift ist besonders wichtig. Scrollgrafiken sind ein beliebtes Visualisierungselement im Social-Media-Bereich. Nur wenn diese ansprechend ist, schaut sich die Zielgruppe die komplette Scrollgrafiken an.

 

Wertvolle Tipps kurz und knapp im Überblick:

  • prägnante und kurze Überschrift,
  • logische Informationshierarchie mit gut strukturierten Daten,
  • Texte auf ein Minimum reduzieren,
  • Farbmanagement und Schriftart auf Basis des unternehmenseigenen Corporate Designs,
  • Minimalismus: zwei bis drei Schriftgrade und Farben,
  • aussagekräftige Icons und Symbole verwenden,
  • passende Diagrammarten wählen,
  • Dateiformate: JPGs sind häufig pixelig in der Darstellung, PNG ist das bessere Format,
  • strukturiertes Layout.

Wichtig ist die Verbreitung der Infografik an der richtigen Stelle. Nur so erreichen Sie die relevante Zielgruppe.

 

Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil ist die präzise Darstellung von komplexen Zusammenhängen. Die visuell vermittelten Informationen werden leicht aufgenommen und verarbeitet. Populäre Infografiken eignen sich für fast jedes Thema. In den sozialen Medien werden diese Grafiken gern und häufig geteilt. Auch die Klickrate ist im Vergleich zu anderen visuellen Gestaltungsmitteln um ein Vielfaches höher. Das Thema der Grafik muss zuvor tiefgründig recherchiert werden, um die Informationen präzise aufzubereiten. Diese Arbeit erfordert einen hohen Zeitaufwand, was ein klarer Nachteil ist. Wird ein unpopuläres Thema präsentiert oder ist die Grafik nicht stimmig, weil die Aufbereitung nicht zum Thema passt, wird die Infografik ihren Zweck verfehlen. Es ist vorab schwierig zu prognostizieren, wie die Zielgruppe die Infografik annimmt. Klassische Suchmaschinenoptimierung ist nicht möglich. Google liest Text in Bilddateien nicht aus. SEO wird hauptsächlich über die Metadaten umgesetzt. Trotz der Nachteile haben Infografiken im Marketing großes Potenzial. Mit dem richtigen Thema und einer stimmigen und überzeugenden Gestaltung können Infografiken zum viralen Marketingerfolg werden. Mit den richtigen Ideen kann das auch mit kleinem Marketing-Budget gelingen.

 

Infografiken in den sozialen Medien

Schnelllebige Kanäle wie Social Media sind eine wichtige Marketingplattform. Infografiken funktionieren dort im Rahmen des Content-Marketings besonders gut. User nehmen diese Inhalte häufig nicht als Werbung wahr, da die Grafiken einen informativen Mehrwert bieten. Neben Facebook sind Instagram und Pinterest unbedingt zu berücksichtigen. Die visuelle Wahrnehmung ist auf Instagram und Pinterest besonders vordergründig. Beiträge, die auf den ersten Blick interessant erscheinen, werden angeklickt. Auch Linked-In und Xing sind für Content-Marketing mit Infografiken relevant, wenn die Zielgruppe dort erreicht werden kann. Für Infografiken gilt: Seien Sie damit überall. Eine Infografik nur auf der Unternehmenswebsite zu platzieren, hätte keinen großen Erfolg. Im Social Media Marketing ist die Anzahl der Likes, Shares, Kommentare, Links und Klicks die einzige Möglichkeit festzustellen, wie effektiv die Inhalte sind. Social Shares haben keinen direkten Einfluss auf das Suchmaschinenranking. Viele User schauen sich die Unternehmenswebsite bei Interesse genauer an und Google erhält die Botschaft: Inhalte mit vielen Likes und Shares sind nützlich und relevant. Das verbessert das Ranking womöglich indirekt. Damit das gelingt, sollten Infografiken zu einem aktuellen Thema erstellt werden. Idealerweise bietet die Grafik neue und wertvolle Informationen. Daraufhin wird das Unternehmen als kompetent wahrgenommen. Infografiken sind Teil der Content-Marketing-Strategie. Mit Content-Marketing generieren Unternehmen mehr Leads als mit traditionellen Marketing-Aktivitäten, wobei etwa 62 Prozent der Kosten eingespart werden (Demand Metric, 2017). Da mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung Soziale Medien regelmäßig nutzt (eMarketer, 2016), ist dieser Kanal der effizienteste für die Verbreitung von informativen Grafiken. Die Plattform Hubspot bietet weitere hilfreiche Marketing-Statistiken.

 

Soviel für heute. In der nächsten Woche beschäftigen wir uns im zweiten Teil dieses Beitrages mit dem Thema „Tools“. Bis bald, Ihr Tim. Ich freue mich auf Sie!

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