Gut zu Wissen: Online Marketing für Einsteiger und Startups auf Facebook

Online Marketing ist ohne Facebook kaum möglich – dies gilt insbesondere für Startups oder kleine Betriebe, die ohne großes Budget auskommen müssen. Das weltweit größte soziale Netzwerk zählt allein in Deutschland 27 Millionen aktive Nutzer. Mehr als 50 Prozent sind davon täglich bei Facebook zu Gast. Die App ist auf 75 Prozent der deutschen Smartphones installiert. Hinzu kommen unzählige Applikationen, die zum Konzern gehören, beispielsweise Instagram oder WhatsApp. Trotzdem haben viele neue Unternehmen Probleme damit, tragfähige Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Die Möglichkeiten sind zu vielfältig und erschlagen den neugierigen Einsteiger.

Grundsätzlich: Facebook gehört zu jeder Online Marketing-Strategie, steht aber nicht im Mittelpunkt 

Es ist kein Geheimnis, dass Facebook zu den Unternehmen gehört, deren Ruf besser sein könnte. Sie sind deshalb möglicherweise der Versuchung erlegen, das soziale Netzwerk zu ignorieren. Dies ist aber nicht nur wegen der großen Nutzerzahl der Plattform der falsche Ansatz. Facebook erhebt zahlreiche Daten und gestattet so zielgenaues Targeting. Darunter ist zu verstehen, dass Werbung passgenau an die geo- sowie soziodemographische Zielgruppe angepasst werden kann. Vereinfacht gesagt: Nirgendwo sonst erhalten Sie so viele nützliche Informationen über ihre potenzielle Zielgruppe wie hier. Diese Daten sind zu wertvoll, um auf sie zu verzichten.

Das andere Extrem ist allerdings ebenfalls falsch. Sie dürfen Facebook nicht zum Herzstück Ihrer Marketing-Strategien machen. Diese Rolle sollte Ihre Homepage oder Ihr Onlineshop einnehmen. Das soziale Netzwerk scheidet aus den folgenden Gründen aus:

  • Facebook ist ein fremdes System, das sich seine eigenen Regeln setzt und so Ihrer Kontrolle entzieht. Beschließt das Unternehmen hinter dem sozialen Netzwerk beispielsweise, bestimmte Arten von Fotos nicht mehr zu erlauben, können Sie sich dagegen nicht wehren.
  • Verlässt Ihre Zielgruppe Facebook, verlässt sie ebenfalls Sie. Andere Online Marketing-Kanäle sollten dies kompensieren können.
  •  Facebook generiert zwar zuverlässig Traffic, führt aber weniger sicher zu Conversions. Sie können hier ein Markenbewusstsein aufbauen, aber nur eher begrenzt Umsätze steigern.

Online Marketing bei Facebook: Diese Möglichkeiten gibt es 

Unternehmen können bei Facebook eine eigene Seite führen. Nutzer werden zu „Fans“ und erhalten auf diese Weise stets die neuesten Posts. Diese können sie mit dem legendären „Gefällt mir“ auszeichnen und kommentieren. Die Firmen-Page ist deshalb unverzichtbar für die Marketingmaßnahmen im sozialen Netzwerk. Sie gestattet es, mit der eigenen Zielgruppe direkt zu interagieren. Zugleich ist die Facebook-Page eine gute Möglichkeit, um wertvolle Backlinks auf eigene Internetpräsenzen zu setzen und so der Suchmaschinenoptimierung zu helfen. Beispielsweise finden Sie auf der Facebook-Seite der GfA e.V. deshalb entsprechende Verweise.

Daneben besteht die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten. Das Ganze ähnelt stark dem, was Sie vermutlich von Google Ads gewohnt sind. Sie legen den Text fest und können Angaben machen, wo und an wen die Anzeigen ausgespielt werden sollen. Wichtig ist, dass Sie die Ads mit einer Conversion-Aufforderung ausstatten. Im Klartext: Die Nutzer sollen Ihren Shop besuchen, einen Newsletter abonnieren oder vielleicht an einer Umfrage teilnehmen.

Chancen und Herausforderungen der Unternehmensseite auf Facebook 

Chancen:

  • Über Fotos und Texte kann kostenlos geworben werden.
  •  Die „Gefällt mir“-Angaben der Nutzer zeigen Ihnen an, in welche Richtung Sie Ihre Inhalte gestalten müssen, um ein Markenbewusstsein aufzubauen.
  • Sie kontrollieren alle Berührungspunkte, die Ihr Kunde mit Ihrem Unternehmen in dem sozialen Netzwerk hat.
  • Zahlreiche Interaktionen mit Ihren Fans fördern deren Engagement und erzeugen schließlich Conversions.
  •  Durch die Verbindung mit Instagram werden Ihre Posts möglicherweise auch in dem Foto-Netzwerk geteilt. Sie gewinnen so an Reichweite.

Herausforderungen:

  • Sie müssen Ihren Interessenten gute Gründe geben, echte Fans zu werden. Dies gelingt nur über hochwertige Inhalte. Reine Werbung löst Abwehrreflexe aus. Schaffen Sie Inhalte mit Mehrwerten.
  • Sie benötigen Geduld: Der Aufbau einer reichweitenstarken Firmenseite dauert.
  • Es ist unverzichtbar, dass die Page professionell geführt und regelmäßig mit hochwertigen Inhalten versorgt wird. Dies bindet Ressourcen.
  •  Postings müssen intelligent getimt werden. Als Beispiel: Am Tag einer Katastrophe sollten Sie keine Bilder darüber veröffentlichen, wie schön das Leben mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung ist.

Chancen und Herausforderungen im Umgang mit Facebook-Ads 

Chancen:

  • Sie steigern Ihre Conversions.
  • Sie machen Teile der Zielgruppe auf sich aufmerksam, die Sie zumindest in der Anfangszeit Ihrer Unternehmensseite nicht gefunden hätten.
  • Sie erhalten von Facebook zahlreiche aussagekräftige Daten, wer sich für Ihre Anzeigen interessiert und wer nicht. Gerade für Startups und sonstige neue Unternehmen sind diese Daten wertvoll.

Herausforderungen:

  • Ads verlangen einen finanziellen Einsatz. Um Beiträge hervorheben zu lassen oder lokale Veranstaltungen einzuplanen, werden jeweils 10 bis etwa 100 Euro fällig. Für überregionale Kampagnen erreichen Sie den vier- und fünfstelligen Bereich.
  • Nutzt Ihre Zielgruppe ganz überwiegend Adblocker, sind die Anzeigen wertlos.
  • Eine Ad sollte nicht mehr als 90 Zeichen haben. Gerade Einsteigern fällt es schwer, funktionierende Botschaften zu formulieren, die so kurz sind.

Facebook für das Marketing nutzen: einige Tipps 

Von großen Anzeigekampagnen raten wir jungen Unternehmen ab. Sie sollten sich auf die Firmenseite konzentrieren. Hier funktionieren Inhalte mit verdeckter Werbung am besten. Als Beispiel: Startups im Bereich der IT-Sicherheit können über aktuelle Gefahren informieren oder aufzeigen, wie ein virenverseuchter Rechner gerettet werden kann.

Früher waren Fotos das beliebteste Medium auf Facebook. Bilder sind schließlich schnell geschossen und können eindrucksvoll Botschaften transportieren. Allerdings haben die Videos den Fotos den Rang abgelaufen. Sie sollten deshalb versuchen, gute Clips einzubinden. Diese sollten jedoch nicht zu lang sein: Drei bis fünf Minuten gelten gemeinhin als das Maximum. Natürlich kann es Ausnahmen geben – wenn Sie beispielsweise aus Imagezwecken ein komplettes Interview mit einer für Sie wichtigen Persönlichkeit veröffentlichten möchten.

Facebook ist überflutet mit Gewinnspielen, Sonderangeboten und Rabattaktionen. Die eigenen Fans werden dadurch schnell ermüdet. Sie verstehen natürlich, dass es sich um Werbemaßnahmen handelt. Setzen Sie deshalb solche Aktionen nur sparsam ein. Und machen Sie dabei deutlich, dass es tatsächlich wertvolle Preise oder großzügige Rabatte zu erhalten gibt. Bleiben Sie dabei authentisch und wählen Sie stets eine direkte Ansprache, um Ihre Fans so emotional anzusprechen

Vernetzen Sie zudem all Ihre Online-Präsenzen gegenseitig. Facebook sollte auf Twitter, Instagram, Youtube, LinkedIN, Xing sowie Ihre Homepage verweisen und umgekehrt. Heben Sie dabei stets Ihr Brand hervor, um die Bezeichnung unvergesslich zu machen.

Ein letzter Vorschlag 

Wir wissen aus Erfahrung, dass es vielen Einsteigern schwerfällt, die passenden Inhalte für Facebook (oder andere Social Media) zu planen und umzusetzen. Auch dafür ist die GfA e.V. da.

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