Gut zu Wissen: Online Marketing für Startups und Beginner. Twitter als Instrument des Online Marketings, Teil 1

280 Zeichen – mehr als ein paar Sätze braucht es nicht auf Twitter. Kurzfassen ist auf der Plattform angesagt. Die schnelle Kommunikation mit Fokus auf Echtzeit und Aktualität ist, was Twitter von anderen sozialen Medien abhebt. 

Insbesondere in Online-Marketing-Kreisen gehört Twitter auch im Jahr 2020 allerdings noch zu den eher vernachlässigten Kanälen. Geht es um das Thema Brand Building hört man in Deutschland gerne das Gegenargument, wie wenig populär Twitter bei deutschen Nutzerinnen und Nutzern sei und den dahinterstehenden Aufwand nicht wert. 

Gerade für kleinere oder noch junge Unternehmen und Startups, die in den sozialen Medien noch wenig bekannt sind, kann Twitter jedoch ein gutes Werkzeug sein. Die Mikroblogging-Plattform ist gut geeignet, um die Bekanntheit der eigenen Marke zu steigern, Kundenbeziehungen aufzubauen, neue Netzwerke zu knüpfen und der Dialog mit den eigenen Kunden voranzutreiben.

Im Vergleich zu anderen sozialen Kanälen wie Facebook oder Instagram hat Twitter seine ganz eigenen Regeln, mit denen man sich erst einmal vertraut machen muss. Wenn Sie als Unternehmer verstehen, welche Inhalte Ihr Twitter-Publikum interessieren, können Sie eine soziale Präsenz schaffen, die zum Verkauf von Produkten und Dienstleistungen nachhaltig beiträgt. 

Auch die Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. ist überzeugt, dass Twitter mit seinen Vorzügen als Marketinginstrument nicht unterschätzt werden sollte. Die GfA e.V. zwitschert auf ihrem Twitter-Kanal @GfAeV1 seit fast zwei Jahren über ihre Arbeit und versorgt Follower mit neuesten Podcast-Folgen und Informationen.

Im Rahmen unserer Online Marketing Serie „Gut zu wissen“ zeigen wir Ihnen heute die ersten Schritte zum professionellen Einsatz von Twitter und erklären, wie Sie Ihre eigene Twitter-Strategie entwickeln. 

Was ist Twitter?

Der Mikroblogging-Dienst Twitter wurde Anfang 2006 in San Francisco, USA, entwickelt. Das englische Wort „Twitter“ bedeutet Gezwitscher, was auch das Markenzeichen erklärt: den blauen Vogel. Inzwischen hat das seit 2013 börsennotierte US-Unternehmen mehr als 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Pro Tag verzeichnet Twitter rund 166 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer, davon befinden sich rund 20 Prozent in den USA. Der Großteil der täglich 500 Millionen Tweets – das sind 6.000 Tweets pro Sekunde (!) – wird also von einer sehr internationalen Nutzergruppe verschickt. In Deutschland nutzen etwa 1,4 Millionen Menschen den Dienst täglich. 

Im Vergleich zu anderen Plattformen spielt Twitter im deutschen Raum eine Nebenrolle – dafür sind die Nutzer sehr aktiv und identifizieren sich geradezu mit dem Netzwerk. Neben Wortspiel-Akrobaten, die lustige und nachdenkliche Anekdoten aus dem Alltag teilen, nutzen besonders technikaffine Millenials, Early Adopter, Journalisten, Wissenschaftler und Entscheidungsträger die Plattform zur Vernetzung. Auch diverse Prominente kommunizieren hier mit ihrer Fangemeinde. 

Twitter kann als Mischung aus Chatroom, Kettenbrief, Presseverteiler und Suchmaschine beschrieben werden. Besonders in den letzten Jahren hat der Dienst sich stark verändert: Erst Ende 2017 wurde das berühmte Zeichenlimit von 140 auf nun 280 Zeichen verdoppelt. Zusammengehörende Tweets und Antworten werden zudem inzwischen nicht mehr streng chronologisch dargestellt, sondern gebündelt, was insbesondere neuen Nutzerinnen und Nutzern den Einstieg erleichtern dürfte. 

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt:

Twitter ist bekannt für eine Vielzahl ganz eigener Grundbegriffe, deren Verwendung für Außenstehende zunächst kurios klingen mag. Damit Sie gleich durchstarten können, haben wir Ihnen die wichtigsten Bezeichnungen zusammengefasst.

Wichtigster Bestandteil von Twitter ist natürlich der Tweet, ein kurzer Beitrag bestehend aus maximal 280 Zeichen. Zielgruppe sind Ihre Follower, also andere Nutzer, die Ihrem Account folgen (analog zu den Fans und Freunden auf Facebook). An diese Textnachricht können Bilder oder Videos angehängt werden. 

Die Interaktion der Nutzerinnen und Nutzer untereinander macht Twitter lebendig: Mit der Mention (dt. Erwähnung) können Sie einen anderen Twitter-User erwähnen, indem sie dem anderen User-Namen das @-Zeichen voranstellen. Wichtig hier: Nicht überstrapazieren und willkürlich andere Accounts verknüpfen. Mit einer Reply (dt. Antwort) können Sie auf den Tweet eines anderen Users antworten. Das geht leicht mit Klick auf die kleine Sprechblase unter einem Tweet, auch hier wird das @-Zeichen dem anderen Nutzernamen vorangestellt. Die GfA e.V. beispielsweise verlinken Sie, indem Sie @GfAeV1 in Ihrem Tweet erwähnen. 

Wenn Ihnen ein Tweet einer anderen Person gefällt, können Sie diesen mit Hilfe des Retweets (kurz: RT) in Ihrer eigenen Timeline teilen. Hier können Sie, aber müssen nicht, auch einen kurzen Kommentar hinzufügen. 

Der Hashtag, das Rautezeichen #, hat sich inzwischen auch auf vielen anderen sozialen Plattformen durchgesetzt, wurde aber 2007 auf Twitter erfunden. Idee dahinter ist nach wie vor, Tweets und Themen zu bündeln. Mit Klick auf einen Hashtag sehen Sie alle Tweets, die diesen ebenfalls enthalten, was besonders bei Veranstaltungen und Konferenzen nützlich ist. Wichtig: Anders als beispielsweise auf Instagram sollte man auf Twitter nicht willkürlich Hashtags verwenden. Ein beliebter Hashtag ist zum Beispiel der #FollowFriday (auch: #FollowerFriday oder kurz #FF): Hier werden immer freitags andere Accounts empfohlen, denen man gerne folgt. 

Mit Hilfe der Direct Message (Direktnachricht, kurz: DM) können Sie eine private Botschaft an andere Nutzer senden. 

Soviel für heute. In der nächsten Wochen  geht es mit der Twitter – Strategie weiter.

 

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