Gut zu Wissen: Tumblr als Online-Marketinginstrument 

Online Marketing ohne Social Media Marketing ist heutzutage kaum noch denkbar. Doch oftmals werden dabei nur die großen Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter fokussiert. Besonders für kleine Unternehmen und Startups kann dies jedoch zu einem harten Konkurrenzkampf und hohen Kosten führen. Aufgrund der zahlreich vertretenen Marken und Werbebotschaften werden Konsumenten teilweise so überflutet, dass der eigene Content untergeht. Ganz besonders interessant sind daher die etwas kleineren Nischenseiten wie beispielsweise Tumblr. 

 

Was ist Tumblr?

Tumblr vereint Elemente aus sozialen Netzwerken mit den Vorzügen eines Blogs. So kann auf der Micro-Blogging-Plattform beispielsweise Profilen gefolgt werden und Beiträge können geliket werden. Auch die Verwendung von Hashtags erinnert an bekannte Plattformen wie Instagram. Der Unterschied ist jedoch, dass es keine Zeichenbegrenzung gibt und so die Möglichkeit besteht, längere Texte und Gedanken niederzuschreiben. Tumblr erlaubt es den Nutzern somit ganz bequem Bilder, Texte, Videos, Zitate und auch Audiodateien zu veröffentlichen und zu teilen. Die Inhalte werden dabei entweder vom Nutzer selbst erstellt oder von anderen Nutzern übernommen. Letzteres nennt man bei Tumblr Reblogging. Wird einem Nutzer gefolgt, dann erscheinen dessen Beiträge auf der eigenen Startseite, welche bei Tumblr als Dashboard, oder kurz Dash, betitelt wird. Gefällt der Beitrag, dann wird dieser mit einem Reblog oder Like versehen und somit wird der Inhalt innerhalb kürzester Zeit im Netz verteilt. Fokussiert werden dabei ansprechende Bilder, die inspirierend und humorvoll sind. Auch interessante Texte über soziale und humanitäre Themen werden gerne gesehen, ebenso wie lustige Videos, die den Nutzer zum Lachen bringen – nicht umsonst wird die aus den USA stammende Plattform als Treffpunkt für kreative Köpfe angesehen. Die sehr interessante Zielgruppe gerät bei Marketingverantwortlichen oftmals in Vergessenheit, weshalb auf Tumblr bisher nur wenig Konkurrenz unter Unternehmen herrscht. Dabei gaben Befragte einer Umfrage 2019 an, dass sie Tumblr sogar häufiger auf dem Smartphone nutzen als TikTok (Statista). 

 

Die Zielgruppe bei Tumblr

Die überwiegend weibliche, junge Zielgruppe bei Tumblr ist besonders interessant für Startups, die sich mit Nischenthemen beschäftigen. Die meist unter 25-Jährigen sind gut gebildet und interessieren sich weniger für Standardthemen, sondern fokussieren vielmehr soziale oder humanitäre Themen. Diese Themen finden meist auf den großen Plattformen weniger Anklang und sind daher genau hier richtig platziert. Aufgrund ihres hohen Interesses an den Inhalten sind die Nutzer zudem sehr gewillt Beiträge zu rebloggen und so die Verbreitung von gutem Content zu beschleunigen. Aufgrund der Tatsache, dass der meiste Traffic auf der Plattform aus den USA stammt, wird die Mehrzahl der Beiträge in englischer Sprache veröffentlicht. 

 

Die Vor- und Nachteile

Tumblr bietet besonders für Unternehmen mit weniger populären Themen eine ansprechende Plattform zur Verbreitung des Contents. Aufgrund des Blogging-Charakters kann das Design der Seite an das eigene Unternehmen angepasst werden und die „Über-Seite“ bietet Platz für die Vorstellung des Unternehmens und der eigenen Vision. So kann durch das Verlinken auf die eigene Homepage oder andere Social Media Profile von Synergien profitiert und Content kanalübergreifend verbreitet werden. Die Weiterverbreitung wird zudem durch die sehr intuitive Benutzung der Plattform gesteigert. Nutzern wird das Favorisieren, Kommentieren und Rebloggen sehr einfach gemacht, sodass der schnellen Weiterverbreitung einer Botschaft nichts mehr im Weg steht. Ein weiterer Vorteil ist, dass die interessante und interessierte Zielgruppe länger auf der Plattform verweilt als beispielsweise auf Facebook. Gepaart mit dem Fakt, dass zudem weniger Konkurrenz auf Tumblr unterwegs ist, macht dieser Aspekt die Blogging-Plattform besonders attraktiv. Wer seine Beiträge bewerben möchte, um so neue Kunden anzusprechen, der kann dies durch Sponsored Ads ebenfalls machen. 

Neben den zahlreichen Vorteilen sollten Sie allerdings auch die Nachteile im Blick haben. Durch das Rebloggen, welches bei der Plattform im Fokus steht, kann die Kontrolle über den eigenen Beitrag schnell verloren gehen. Daher ist es ungemein wichtig, die Verhaltensregeln der Plattform zu kennen und mit höchster Sorgfalt auf die Tonalität des eigenen Beitrags zu achten. Zudem benötigt die Plattform für eine erfolgreiche Nutzung Pflege, denn, anders als beispielsweise bei Pinterest, nimmt das Communitymanagement eine zentrale Rolle ein. Nur wer aktiv Beiträge anderer Nutzer rebloggt, liket oder kommentiert, erhält als Dankeschön ebenso Engagement und Interaktion auf der eigenen Seite. Außerdem sollte bei der Beitragserstellung darauf geachtet werden, dass der Post einen Mehrwert bietet. Reine markenspezifische Inhalte sind bei Tumblr weniger erfolgreich. 

 

Instagram oder Tumblr?

Besonders für Startups ist Instagram mittlerweile die erste Anlaufstelle, wenn es um Social Media Marketing geht. Das hat natürlich eine Berechtigung, doch bei der Entscheidung, welche Plattform am besten zum Unternehmen passt, sollte Tumblr nicht ignoriert werden. Zwar wird auf beiden Plattformen auf hochwertiges Bildmaterial geachtet, aber Tumblr bietet zum Beispiel keine Filterfunktionen zur Bildbearbeitung an. Dies liegt daran, dass der Text und der Inhalt des Beitrags im Vordergrund stehen und der Blogging-Aspekt eine größere Rolle einnimmt. Ebenso unterscheiden sich die verbreiteten Themen auf den beiden Plattformen. Während bei Instagram Bereiche wie Travel, Food, Beauty und Fitness erfolgreich sind, sind es bei Tumblr die Nischenthemen, die besonders oft ein Like erhalten. Durch die Option des Reblogs werden Inhalte auf Tumblr zudem häufig weiterverbreitet, was bei Instagram eher seltener der Fall ist. 

 

Fazit

Tumblr als Marketinginstrument erweist sich besonders für Nischenthemen als sehr interessante Plattform. Innerhalb kürzester Zeit können an diesem Ort Beiträge viral gehen und zahlreiche mögliche Kunden erreichen. Besonders aufgrund der einfachen Bedienung sollte die Blogging-Plattform nicht außer Acht gelassen werden. Die junge, gebildete und meist reiche Zielgruppe mag Bilder mit Humor und Witz ebenso gerne wie Beiträge zu sozialen und ernsteren Themen. Der Start ist ganz einfach: Name überlegen und einen passenden Blog anlegen, die Zielgruppe definieren und schon kann es losgehen. Wer sich am Anfang erst einmal zurechtfinden möchte, kann sich zu Beginn auf das Rebloggen konzentrieren und erst später eigene Beiträge veröffentlichen.

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