Gut zu Wissen: Xing als Instrument des Online-Marketings für Unternehmen und Startups 2

1. Personal Branding und Social Selling – Expertise sichtbar machen

Egal ob Sie selbstständig und auf der Suche nach neuen Aufträgen sind, als Unternehmer/in ihre Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen wollen oder als Angestellte/r mit Ihrem fachlichen Wissen glänzen möchten: Das Karrierenetzwerk eignet sich hervorragend, um die eigene Expertise sichtbar zu machen sowie neue Interessenten und Kunden zu gewinnen. Hier können Sie Kontakte zu neuen Geschäftspartnern und Branchen-Insidern knüpfen oder mit Beiträgen in Gruppen oder Kommentaren unter Artikeln mitmischen.

Unter Personal Branding versteht man das Herausarbeiten der eigenen Marke, also: Was zeichnet mich und meine Persönlichkeit aus? Welche fachlichen Kompetenzen machen meine Arbeit einzigartig? Für welche Themen stehe ich? Welche individuellen Faktoren sind und waren für meine Karriere ausschlaggebend? Ziel ist es, eine positiv Reputation zu erlangen und sich als Experte auf einem bestimmten Fachgebiet zu positionieren. Wichtig ist, dass nicht die Selbstinszenierung oder -vermarktung im Vordergrund steht, sondern wirkliche Inhalte und Aussagen. In einer Arbeits- und Lebenswelt, die immer schneller und agiler wird und in der lebenslange Festanstellungen mehr und mehr zur Seltenheit werden, wird die eigene Person und das, was sie auszeichnet, immer wichtiger.
Unter dem Begriff Social Selling versteht man die Recherche und Pflege von Geschäftskontakten sowie die (Neu-)Kundengewinnung in den sozialen Medien. Auch hier geht es aber nicht um willkürlich versandte Direktnachrichten mit plumpen Werbebotschaften, sondern um echte Kontakte zwischen Menschen: Jemand mit Expertise auf einem bestimmten Gebiet kann das Problem eines Ratsuchenden lösen. Die sozialen Medien eröffnen so einen ganz neuen Vertriebskanal.
Im ersten Schritt sollten Sie ein persönliches Profil erstellen und dann stetig aktuell halten. Fügen Sie berufliche Kontakte hinzu, achten Sie dabei aber eher auf Qualität statt Quantität. Eine lange Freundesliste hilft Ihnen nur dann weiter, wenn Sie die Personen wirklich kennen bzw. zumindest zuordnen können. Vom willkürlichen Versenden von Kontaktanfragen sollte daher eher abgesehen werden. Eine echte Kontaktanfrage besteht im besten Fall aus einer persönlichen Nachricht, in der man sich kurz vorstellt und erläutert, wieso man sich vernetzen möchte.
Im Gegensatz zu LinkedIn eignet sich Xing weniger, um auf dem Profil eigene längere Texte in Postings zu veröffentlichen. Zwar können kurze Postings mit einer maximalen Textlänge von 420 Zeichen sowie Bildern und Links verbreitet werden. Rein vom Aufbau der Webseite stehen diese Updates optisch aber weniger im Fokus als auf LinkedIn und gehen in Aktivitäten anderer Kontakte, vom neuen Kontakt bis hin zum Jobwechsel, eher etwas unter. Dennoch können Sie Inhalte mit Ihren Kontakten teilen, etwa Links zu interessanten Artikeln oder Blogeinträgen, Studien, Infografiken oder – sofern für Ihren Arbeitgeber in Ordnung – auch Einblicke in die eigene Arbeit. Persönliche Inhalte zu Hobbies oder Freizeitaktivitäten sind hier fehl am Platz.
Nur ein ausgewählter Expertenkreis aus aktuell 430 sogenannten Insidern besitzt die Möglichkeit, eigene Fachartikel innerhalb des Netzwerkes zu teilen. Diesen können Sie unter „News“ und „Empfehlungen“ folgen. Darüber hinaus gibt es ebenfalls unter „News“ den „Klartext“ mit Meinungsbeiträgen verschiedener Expertinnen und Experten. In Kommentaren können Sie unter den Beiträgen mitdiskutieren und so Ihre eigene Sichtbarkeit erhöhen und Expertise zeigen.
Unbedingt sollten Sie darüber hinaus in Fachgruppen eintreten, die als tragende Säule des Karrierenetzwerks gelten. Hier gibt es Gruppen für verschiedene Regionen, Branchen und Themen. Geeignete Gruppen finden Sie schnell über die Suchleiste. Diese Gruppen sind gut geeignet, um das eigene Netzwerk zu entwickeln und Erfahrungen und Ideen mit anderen Mitgliedern auszutauschen.
Eine gute Möglichkeit, das virtuelle Netzwerken auch offline voranzutreiben sind Events. Die Gästeliste vieler Veranstaltungen kann man schon vorher einsehen und so abschätzen, ob interessante berufliche Kontakte dabei sein könnten. So kann man gezielt Personen kennenlernen. Auch Ihre eigenen Veranstaltungen oder Blogartikel können Sie auf der Karriereplattform promoten und so wiederum Besucher auf Ihrer Webseite generieren.
Indem Sie sich mit Ihrem Branchenwissen als Experte etablieren, können Sie neue Interessenten und Kunden für Ihre Produkte und Dienstleistungen gewinnen. Wichtig ist, dass hier stets Personen agieren, also Sie oder Ihre Kolleginnen und Kollegen, und nicht das Unternehmen selbst. Andere Nutzer werden somit indirekt auf eine Marke aufmerksam, nämlich über den persönlichen Kontakt und die Kompetenz der Beschäftigten. Das setzt eine Portion Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus – und eventuell auch entsprechende Schulungen

2. Employer Branding und Social Recruiting – Die Arbeitgebermarke stärken

Für Firmen und Startups eignet sich das Karrierenetzwerk und sein großer Bewerberpool darüber hinaus zur aktiven Suche neuer Fachkräfte sowie der Etablierung einer Arbeitgebermarke.
Employer Branding bedeutet, dass man die Marke als Arbeitgeber aktiv entwickelt und vorantreibt. Dahinter steckt die Idee, dass nicht nur der Bewerber sich bei einem Unternehmen bewirbt, sondern auch umgekehrt. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels – oder auch des „War of Talents“ – ist es wichtig, auf dem Arbeitsmarkt als attraktiver potentieller Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Sonst kann es passieren, dass junge Talente Positionen der Konkurrenz verstärken, statt der eigenen. Social Recruiting setzt dort an, wo die meisten Absolventinnen und Absolventen zu finden sind: In den sozialen Netzwerken. Die Digitalisierung verändert somit auch den Prozess der Personalgewinnung. Nur wer sich frühzeitig mit dem Thema beschäftigt, wird hier in Zukunft Schritt halten können.
Der erste Schritt ist auch hier das Anlegen eines Unternehmensprofils, das es im Anschluss stets aktuell zu halten gilt. Das Profil sollte mindestens aus einem kurzen Unternehmensporträt samt Steckbrief und visuellen Ankern wie dem Logo und einigen Bildern bestehen. Darüber hinaus können Neuigkeiten geteilt oder andere Social-Media-Kanäle verknüpft werden. Auch ein eigener Reiter für aktuelle Stelleanzeigen ist vorhanden. Zeigen Sie potentiellen Bewerbern hier, was Sie zu einem guten Arbeitgeber macht und welche Benefits Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bieten.
Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, muss man das sogenannte „Employer Branding Profil“ erwerben. Dann lässt sich das Profil auch leicht mit dem Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu verknüpfen, das ebenfalls zur New Work SE gehört. Der Kununu-Score, also die durchschnittliche Bewertung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wird dann prominent angezeigt. Für viele Bewerberinnen und Bewerber zählt Kununu mittlerweile zu den wichtigsten Informationsquelle bei der Auswahl des Arbeitgebers. Fordern Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daher gerne gezielt dazu auf, eine ehrliche Bewertung abzugeben – diese gibt Ihnen Feedback und kann ein wichtiger Faktor im Recruiting sein.
Auf dem Karrierenetzwerk können Recruiter Ihres Unternehmens gezielt Talente ansprechen, auf aktuelle Stellenausschreibungen hinweisen und zur Bewerbung animieren. Nicht selten werden Jobs schon heute über soziale Netzwerke vergeben und Angebote verschickt. Um als seriös wahrgenommen zu werden, sollten die Nachrichten wirklich auf das Profil der Kandidaten und Kandidatinnen abgestimmt sein. Zeigen Sie dem potentiellen Arbeitnehmer Wertschätzung, indem Sie ein Jobangebot personalisieren und somit verdeutlichen, dass das Nutzerprofil wirklich passt und in Frage kommt. Denn auch hier geht es am Ende um einen Kontakt von Mensch zu Mensch.

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